Bakterien


Bakterienkrankheiten


Bakterielle Krankheitserreger sind eigenständig lebensfähige, einzellige Schaderreger ohne echten Zellkern. Sie besiedeln lebendes oder abgestorbenes Pflanzenmaterial. In die Pflanze dringen sie meist durch Wunden ein. Können an einzelnen Pflanzenteilen auftreten oder die Leitungsbahnen der Pflanze besiedeln und dadurch eine Welke hervorrufen. Bakterien überwintern im Boden, auf infizierten Knollen, Samen und erkrankten Pflanzenresten. Die Verbreitung kann durch Wind, Regen, Insekten, aber auch durch Pflegemaßnahmen wie Schnitt oder Pflanzenteilung geschehen. Durch B. verursachte Symptome sind z. B. Welke, Verfärbung, Fleckenbildung, Fäulnis, Formveränderung, krebsartige Wucherung und Gallenbildung.

Spritzmaßnahmen bei vorhandenem Befall sind nicht möglich. Erkrankte Pflanzenteile müssen unverzüglich entfernt werden, komplett befallene Pflanzen müssen mit der Wurzel entfernt werden. Vorbeugend vor allem auf gesundes Pflanzgut, saubere Gartengeräte sowie resistente Sorten achten.


 


Pseudomonas syringae befällt Kernobst, Steinobst und andere Kulturen. Die Rinde ist nahe den Endknospen ist im Winter eingesunken und rissig. Im Frühling kann dort Gummifluß austreten. Die betroffenen Blätter und Blüten bleiben klein und trocknen bald ein. Die Triebe können auch absterben. Die Blätter haben kleine helle Flecke, die später braun und trocken werden und schliesslich ausfallen. Achtung! Es besteht Verwechselungsgefahr mit der Schrotschusskrankheit! Bei dem Bakterienbrand sind die Ränder aber immer hellgrün, die Löcher auch kleiner. Auch an den Früchten kann es kleinere dunkle Flecken geben. Verbreitung der Bakterien erfolgt durch Regen und Wind. Sie dringen durch die Blattfallwunde in das Gewebe ein und vermehren sich dort.


Pseudomonas morsprunorum und Pseudomonas syringae. Im Herbst werden Fruchttriebe, Knospen und Rinde befallen über Blattnarbe oder Wunden. Die Erscheinungen sind schwerwiegender als beim Kernobst. Blätter zeigen hellbraune Flecken mit einem wässrigen Hof. Die Flecken trocknen ein, fallen aus und die Blätter ab. (Erscheinung ähnlich der Schrotschusskrankheit). Dann werden die Äste, Blüten (Blütenblätter sehen wie verbrannt aus) und Früchte befallen. Dunkle, eingefallene Rindenflecke an den Trieben, die sich wie ein Geschwür vergrößern und schließlich ganze Äste oder die Krone absterben lassen. Gummifluß. Bei solchen Schäden kann sich der Baum nicht mehr erholen und muß gerodet werden. Gefährdung während der gesamten Vegetationsperiode, besonders bei jungen Bäumen. Befällt auch Schalenobst

Die Blätter zeigen beim Austrieb kleine hellbraune Flecken mit Hof.

Pseudomonas juglandis. Schwarze oder braune Flecken auf Blättern und Früchten, die Bakterien dringen bis in die Kerne vor.


Herbstchrysanthemen, Herbstmargeriten, Rittersporn, Schwertlilien, Bakterienbrand, Ölfleckenkrankheit. Blätter bekommen ölartige Flecken, die Schleim bilden, besonders bei feuchtem Wetter. Infizierte Blüten faulen, auch Stängel können befallen werden. In feuchten Sommern besonders stark auftretend.




Windoffene Lagen und weniger anfällige Sorten wählen.


Herbstchrysanthemen, Herbstmargeriten, Rittersporn, Schwertlilien. Ölfleckenkrankheit. Nicht stickstoffbetont düngen. Sortenwahl, nur gesundes Saatgut verwenden. Morgens gießen, niemals die grünen Pflanzenteile benetzen. Auf ausgewogene Düngung achten, Kalium bewirkt Resistenz gegen Kälte und viele Krankheiten. Bei Bedarf Algenkalk streuen.


Neben seiner Eigenschaft, einem Spurenelementmangel vorzubeugen, zeichnet sich Algenkalk auch dadurch aus, dass Insekten, wie Erdflöhe, Kartoffelkäfer oder die Lachmotte, vertrieben werden können. Auch schädliche Pilze wie Krautfäule, Mehltau oder Schorf kann man durch Algenkalk vorbeugen, denn aufgrund des hohen pH-Werts können die Pilzsporen nicht keimen.


Vorbeugend angewendet sorgt Algenkalk dafür, dass die Pflanzen eine höhere Resistenz gegen Pilz- und Viruskrankheiten sowie Schädlinge entwickeln. Des Weiteren wird das Obst und Gemüse durch Algenkalk wohlschmeckender und auch die Haltbarkeit verbessert sich.


Zurück

Bakterien an Gartenkulturen

Chris Smart, NYSAES, Geneva NY

Alan Collmer, Cornell University