Pflanzanleitung Gehölze



Pflanzenanlieferung

Wenn nicht sofort gepflanzt werden kann, sollten die Pflanzen an einer schattigen Stelle eingeschlagen werden. Die Wurzeln dürfen nicht austrocknen und müssen daher vollständig mit Erde bedeckt sein. Bei trockener Witterung regelmäßig wässern.


Pflanzzeit

Beste Pflanzzeit ist der Spätherbst von Oktober bis Mitte Dezember. In Gegenden mit früher Frostgefahr ist der Oktober der beste Pflanzmonat. Im Frühjahr ist eine Pflanzung im März und April möglich. Voraussetzung ist in jedem Fall eine frostfreie Wetterlage und ein nicht gefrorener Boden.


Bodenbeschaffenheit

Für Wildgehölze sind nahezu alle Gartenböden geeignet. Der optimale pH-Wert für Obstgehölze liegt bei 6 bis 6,5. Zu saure Böden sollten aufgekalkt werden, am besten geeignet ist dazu kohlensaurer Magnesium-Kalk. Letzte Sicherheit über den aktuellen pH-Wert Ihres Bodens gibt eine Bodenanalyse. Informationen dazu geben z. B. örtliche Gartenbauvereine. Sehr lehmige Böden sollten mit Sand oder Humus, stark sandige Böden mit Humus oder Gesteinsmehl verbessert werden. Besonders in sehr tonigen oder steinigen Böden ist eine tiefe, gründliche Lockerung wichtig. Zusätzlich die Pflanzlochsohle lockern bzw. aufreißen, dies vermindert die Gefahr der Vernässung in Wurzelbereich. Bei der Pflanzung auf keinen Fall Dünger oder Stallmist verwenden. Eine zügige Faser- und Wurzelentwicklung würde so gehemmt. Gut verrotteter Kompost, Stein- oder Algenmehl können aber untergemischt werden.


Allgemeine Hinweise zur Pflanzung

Die Pflanzung sollte möglichst bei bedeckter Wetterlage erfolgen, um den Pflanzen übermäßigen Wasserstreß zu ersparen. Die Gehölze sind für den Versand meist schon zugeschnitten worden. Wenn dies nicht der Fall ist, knapp über den Knospen auf den üblichen Pflanzschnitt nachschneiden. Dazu werden die Triebe um etwa ein Drittel zurückgenommen, um den Wasserverbrauch nach der Pflanzung möglichst gering zu halten. Gebrochene oder beschädigte Pflanzenteile (Wurzeln, Äste) müssen auf jeden Fall mit einer scharfen Schere entfernt werden. Das Pflanzloch muß ausreichend groß sein, d. h. deutlich größer als das vorhandene Wurzelwerk. Dies entspricht in der Regel einer Tiefe von 40 bis 60 cm bei einem Durchmesser von 60 bis 80 cm. Sich neu bildende Wurzeln müssen in lockere Erde einwachsen können! Gepflanzt wird so, daß die Gehölze auf der gleichen Höhe zu stehen kommen, wie dies in der Baumschule der Fall war (erkennbar an der Rindenfärbung). Bei veredelten Gehölzen muß darauf geachtet werden, daß sich die Veredlungsstelle (erkennbar als Knick oder Wulst) etwa eine Handbreit über der Bodenoberfläche befindet. Bei starkem Wühlmausaufkommen im Garten empfiehlt es sich, das Wurzelwerk mit einem feinmaschigen Drahtgitter zu schützen (Drahtgitter in das Pflanzloch legen, Wurzeln aufsetzen, Erde einfüllen und -rütteln, Drahtenden hoch-biegen und über den obersten Wurzeln dicht verschließen).


Pflanzung von Viertel- und Halbstämmen, Buschbäumen

Vor der Pflanzung neben die Mitte des Pflanzloches einen Pflanzpfahl einschlagen. Er sollte später etwa eine Handbreit vom Stamm entfernt stehen und darf nicht in die Krone hineinragen. Den Baum aufrecht neben den Pfahl stellen und die Erde einfüllen. Den Baum zwischendurch rütteln, damit sich die Erde setzt und alle Hohlräume ausfüllt. Anschließend gut, aber nicht zu fest antreten. Der Stamm wird mit einer Achterschlinge (z. B. Sisalseil) locker am Pfahl angebunden oder mit einem Spezialband aus Gummi befestigt.


Pflanzung von Sträuchern

Das Anbringen eines Stützpfahls entfällt, ansonsten gilt das im vorigen Abschnitt Gesagte. Nicht zu tief pflanzen! Nach der Pflanzung gilt für alle Gehölze, daß gründlich gewässert werden muß (nur mit Brausekopf!). Damit sich Regen- und Gießwasser vor allem in hängigem Gelände besser sammeln kann, sollte um den Baum/Strauch ein kleiner Wall aus Erde gebildet werden - ein sogenannter Gießrand dessen Radius etwa dem Durchmesser der Baumkrone/des Strauches entspricht. Diese Fläche, auch Baumscheibe genannt, sollte ständig mit einer Mulchschicht bedeckt sein. Düngung Ab dem zweiten Standjahr empfiehlt sich eine spätherbstliche Düngung für das jeweils nächste Wuchs-jahr aus gut verrottetem Stallmist oder Kompost und kleinen Beigaben von Hornspänen und Knochenmehl. Zusätzlich kann alle 2 bis 3 Jahre etwas Steinmehl und Algenkalk zugegeben werden. Den Dünger nur leicht einarbeiten, um die flachwachsenden Nährwurzeln nicht zu zerstören. Besser ist das oberflächliche Aufstreuen des Düngers und die anschlie-ßende Überdeckung mit einer Mulchschicht aus Laub, Rasenschnitt u. ä. Schnitt Da die Empfehlungen zum richtigen Schnitt von Obstgehölzen ganze Bücher füllen, soll an dieser Stelle auch nur auf die entsprechende Fachliteratur verwiesen werden (z. B. Riess, „Obstbaumschnitt in Bildern", s. Gartenkatalog). Das wichtigste Grundprinzip zum Schnitt von Sträuchern ist, daß regelmäßig ausgelichtet und verjüngt werden muß. Alte, an einer dunklen Rindenfärbung zu erkennende Äste werden dabei dicht über dem Boden entfernt.

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